Dienstag, 7. Oktober 2014

Verstrickte Dienstagsfrage

Diesmal stellt das Wollschaf eine äußersts brisannte Frage:
 
Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.
Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?
Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?



Eigentlich lese ich bei solchen Artikeln gleich weg. Doch dieser ist so verallgemeinernd und schon hart an der Grenze, daß ich meinen "Senf" dazugeben muss.

Die Autorin schreibt, daß Frauen heute alles werden können: Pilotin, Verlegerin, daß sie studiern können. Sie meint, daß sich die handarbeitenden Frauen nicht politisch engagieren - den Feminismus sozusagen mit ihren Stricknadeln aufspießen. 
Feminismus bedeutet aber SELBSTBESTIMMUNG. 

Feminismus (abgeleitet von französisch féminisme) ist sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie das Ende aller Formen von Sexismus eintritt.

Ich selbst bestimme, was ich mit meinem Leben machen will - wie ich meinem Leben einen Sinn geben möchte. (Und wenn das Stricken, Häkeln, Klöppeln und wer weiß was ist)

"Logischerweise folgen sie ihrer Berufswahl: Wo sonst erreicht man so viel Öffentlichkeit für so wenig Können?"

Dies schließt die Autorin mit ein - oder ist Autor ein Studienfach? Als ich den hinkenden Vergleich (Hobby/Beruf) las, konnte ich den Artikel schon nicht mehr für voll nehmen - Denn:
Ich finde, sie macht jeden "Handwerker" schlecht. Nicht jede möchte in der Medienbranche arbeiten oder im Büro oder als Anwalt oder gar Astronautin werden. Viele wollen mit ihren Händen etwas bewerkstelligen. So war das schon in der Steinzeit und (hoffentlich) bleibt das auch weiterhin so. 
Ich kann nicht gut kochen, werken oder gar töpfern .
Muss ich deswegen den Koch,  den Schreiner oder den Töpfer schlecht machen? Muss ich mich vergleichen mit den anderen? (was bekanntlich nix bringt, denn jeder Mensch ist einzigartig)
Diese Art zieht einen doch eher runter!
Nein, vielmehr sollten wir stolz auf das sein, was wir können.

Zwischen den Zeilen liest sich eindeutig raus, daß sie sich von so vielen werklenden Frauen bedrängt fühlt. Nun, dann soll sie einfach weglesen. Die handwerklichen Männer lässt sie natürlich außen vor! Wo bleibt hier die Gleichberechtigung?

Ich wage allerdings zu bezweifeln, daß die hochgelobten Frauen, die sich öffentlich politisch engagieren wirklich verhindern können, daß zukünftig jede Frau einen frauenfreudlichen Job bekommt. Außer wir beseitigen die Männer *hähähähä*

Ich denke nicht, daß es den handarbeitenden Frauen an Selbstbewußtsein mangelt. Immerhin können sie stolz auf ihr Können sein. Vielmehr mangelt es dieser Autorin an selbigem!!!!! Schließlich ist es einfacher etwas schlecht zu machen (und wild auf allem Herumzuhacken), als die guten Seiten hervorzuheben. 

So einen Artikel kann ich einfach nicht ernst nehmen - ich geh besser eine Runde stricken - das Tiefenentspannt so schön *gacker*
5 Kommentare
  1. Liebe Gusta,
    das ist wirklich ein Artikel, den man in einer "reinen" Frauenzeitschrift nicht vermutet hätte.

    Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob - und wie - der shitstorm wohl ausgefallen wäre, hätte diesen Artikel ein Mann geschrieben!!! ;-)

    Liebe Dienstagsgrüße
    moni

    Thanks if you visit my blog
    http://www.reflexionblog.de

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  2. Nun stolpere ich heute schon über die dritte Meinung und glaube, dass ich den Artikel doch echt mal lesen sollte. Am Ende rege ich mich aber dann noch auf, dass die strickenden, häkelnden und nähenden Männer nicht zu Wort kommen ;) Hey. Ich hab Abitur, Studiere und arbeite Ehrenamtlich und bei alle dem hab ich am Ende des Tages nichts in der Hand. Ist doch klasse, wenn ich meine Freizeit ganz selbstbestimmt an der Nähmaschine verbringen kann und stolz sein kann, dass etwas aus meinem Kopf etwas zum Anfassen geworden ist wo ich sagen kann "jap, hab ich alleine gemacht". Wer das nicht will, der muss ja nicht. Ich beschwere mich doch auch nicht wenn andere "Party machen". Damit kann ich nichts anfangen aber wenn sie so glücklich sind, dann sollen sie doch bitte machen. Wenn ich nicht will muss ich ja nicht ;)

    Liebe Grüße
    Rebecca, die gerade richtig stolz ist, dass sie ihren Haushalt in Schuss hat und zur Feier des Tages gleich mit Mario einkaufen fährt (abgeholt und gefahren werden - unemanzipiert aber nett. Dafür kann ich Männern die Tür aufhalten :D)

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  3. Liebe Gusta,

    vielen herzlichen Dank für deine lieben und aufbauenden Worte zu meinem Blogpost heute.

    Ich finde nicht dass Handarbeit etwas abwertenden ist, ich finde es sehr entspannend, vor allem nachdem heute ja viele einen Job haben bei dem sie keine richtigen Ergebnisse sehen können und nur Zahlen auf dem PC verwalten etwas wunderschönes wenn man etwas selber schaffen kann und stolz sagen kann das habe ich gemacht. Es ist doch einfach toll selbst etwas zu erschaffen, sei es nun ein Pulli, eine Socke oder ein selbstgebauter Schrank eine bepinselte Wand oder nur Worte mit denen ein Autor eine eigene kleine Welt erschafft.
    Solche Leute die so etwas schreiben haben es echt nicht verdient ernst genommen zu werden.
    Ein toller Beitrag von dir.
    Liebe Grüße
    Armida

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  4. Liebe Gusta,

    die Dame gibt an, dass sie Journalistin ist und Journalisten wollen polarisieren a lá die Bild sprach zuerst mit der Frikadelle ;-). Und mit diesem Artikel hat sie polarisiert!

    Ich nehme schon als Motorradfahrerin am öffentlichen Straßenverkehr teil, Gott bewahre, dass ich auch noch Pilotin werde. Zuviel ist einfach zuviel für meine Mitmenschen :o).

    So oder so habe ich einen verantwortungsvollen Job. Daher ist es um so wichtiger die Freizeit so entspannd wie möglich zu gestalten. Und wie ich das mache, dass lasse ich mir bestimmt nicht von einer Kolumne vorschreiben!

    Die gute Frau wird auch älter ;-) und dann wird sie es zu schätzen wissen, wenn Ruhe ins Leben einkehrt und man sich wieder auf alte Werte besinnen kann.

    In dem Sinne ... lass und heute noch was schönes handarbeiten
    die Angie

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  5. Liebe Gusta,
    ich habe den Artikel so verstanden, als das die Autorin die handarbeitende Masse nicht versteht!

    So, wie nicht alle Mütter gleich sind, ticken auch nicht alle berufstätigen oder gar handarbeitenden Frauen gleich.

    Wir haben eine Gemeinsamkeit, aber das heißt ja nicht, dass wir uns alle gleich definieren! Und schon gar nicht NUR übers Handarbeiten definieren.

    Ich mocht es noch nie, mit der Masse über eine "Kamm geschoren" zu werden. Gerade ich bin ein so bunter Vogel ~ ich liebe es, ständig etwas Neues im Leben zu entdecken. Und wie in einem Kaleidoskop sind da noch unendlich viele Farben, die ich noch nicht entdeckt habe!

    Und deshalb kann ich wirklich leicht mit Großmut auf Kleinmut reagieren.

    Sei lieb gegrüßt von

    Britta

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