Freitag, 21. November 2014

Fersen stricken ohne Löcher

Oft lese ich bei anderen, daß sie Probleme haben eine Ferse zu stricken ohne diese kleinen Löchlein am Übergang von Fersen- zu Oberfußmaschen.
Ganz aktuell hat Elke von der Bunten Mischung dieses Problem gehabt. 
Wollt ihr mein "Geheimrezept" wissen?

Gerne teile ich es mit euch. 
Aber Aufgemerkt - es wird eine Menge Bilder und Text geben.

 Ganz wichtig: Ich stricke bereits einige Runden VOR der Ferse die ersten und letzten 3 Maschen des Oberfußes und der Fersenmaschen recht fest. Das heißt hier ziehe ich die Maschen etwas fester an als gewöhnlich. So vermeide ich, daß große "Leitern" entstehen.
Als "Leitern" werden die Fäden zwischen den Maschen bezeichnet.
Hier könnt ihr gut erkennen, daß trotz festerem strickens die Maschen nach oben hin V-Förmig auseinander driften. Hier wird später das Loch entstehen, das es zu vermeiden gilt.
Ihr strickt nun erstmal ganz normal eure Ferse - egal welche Methode ihr dafür nehmt. Bei verkürzten Reihen stricke ich auch die ersten und letzten 2-3 Fersenmaschen fester, damit sich hier auch keine größeren Lücken bilden können.
Beispiel bei einer Bumerang-Ferse
Wenn ihr mit eurer Ferse soweit seit, daß nun der Übergang zu den Oberfußmaschen kommt, fängt der Spaß erst an *zwinker*:
Bei mir sind die Leitern auf einer Seite schmäler als auf der anderen. Warum das so ist, kann ich euch auch nicht erklären.

Es sieht so aus, als würde hier eine Masche fehlen. Nun nutzt es nichts, nur die Masche in die oberste Leitersprosse einzufügen - hier entsteht dann das Loch einfach eine Etage tiefer. Auch bringt es nichts von vornherein eine Masche mehr zu machen - dadurch würde sich das Loch nach links oder rechts verschieben!
Ich gucke mir an, in welcher Reihe die Maschen noch nah genug beieinander sind.
Hier fange ich 3 oder 4 Reihen weiter unten an eine zusätzliche Masche einzufügen. 
Dazu könnt ihr eure Stricknadeln benutzen oder wie ich eine Häkelnadel. Sie wird von oben in die Leiter geführt
einmal gedreht (damit kein Loch entsteht)
dann wird der darüberliegende Querfaden durchgezogen
 das wiederholt ihr so lange bis ihr keinen Querfaden mehr habt.

Diese Masche wird nun "hinter" einer Oberfußmasche versteckt,
Zur besseren Ansicht ist das Gestrick etwas gedehnt
 indem ich die neu entstande Masche mit der ersten Oberfußmasche zusammenstricke.
Dieses winzige Löchlein verschwindet hinterher ganz automatisch - ich musste fürs Foto etwas dehnen.

Was aber, wenn die Lücke zu groß ist? Auch hier hilft diese Methode, indem ich einfach 2 neue Maschen mache oder erst eine und in der nächsten Runde die andere dazufüge.
Ich zeig es euch mal:
 Hier ziehe ich die letzte Oberfußmasche über die neue drüber und verstecke sie somit.
Beim weitersticken war die Lücke doch noch zuuu groß also musste nochmal eine Masche dazu, die dann mit der ersten Fersenmasche zusammengestrickt wurde.



fällt kaum noch auf.
Jetzt ein paar Runden darüber stricken und ich zeige euch die nicht vorhandenen Löcher. 
Die erste Hälfte mit dem ursprünglichen Mini-Loch:


Die zweite Hälfte mit dem etwas größeren Loch:

Kaum mehr sichtbar!

Ich hoffe, meine Erklärung war eindeutig und ihr konntet sie verstehen. Nun wünsche ich euch gutes Gelingen bei der Umsetzung!   Download HIER
Habt ihr noch Fragen dazu?

Stricklust, Crealopee, art.of.66, LYSsewing SaSu, ..... 

p.s. ich LIEBE mein Makroobjektiv :D
6 Kommentare
  1. Den Tipp muss ich undedingt noch mal ausprobieren. Vielleicht gibt es doch noch Hoffnung für mich und das Sockenstricken. Lieben Dank für deine Erklärungen. Theoretisch habe ich es verstanden, praktisch werden wir mal schauen wie ich mich anstelle. :-)
    LG Micha

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Gusta,
    eine schöne Erklärung. Vielleicht wage ich mich auch mal daran Socken zu stricken wenn ich mich wieder ans stricken gewöhnt habe :)
    Liebe Grüße
    Armida

    AntwortenLöschen
  3. Oh, danke, danke, da kann ich das ja auch mal wieder probieren Socken zu stricken ;-)
    Genau das ist immer mein Problem und ich hatte aufgegeben.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Fröhlich- dankbare Grüße
    Ines

    AntwortenLöschen
  4. Ha ha Gusta,

    das mit dem verdrehen der Masche mache ich genauso ;o))))
    Allerdings nicht schon 3 - 4 Maschen vorher (wie in deiner Erklärung).
    Werde ich dann beim nächsten mal ausprobieren!
    Inzwischen gibt es ja auch diese Fersen die nur schräg bzw ohne Fersenkäppchen gestrickt werden.
    Finde ich ganz nett aber m.M. nach lassen die sich nicht so gut tragen.
    Sie sind am Riss meist etwas knapp.
    Danke für deinen Tipp.... ich lausche dir doch immer wieder gerne :o*

    Dir ein schönes WE! Heute ist hier auch endlich mal Hunde Spaziergehwetter ;D
    Liebste Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
  5. Na du bist ja ein Fuchs :) Und knooken ist so praktisch, da lässt man den Faden drin, Häkelt die neuen Maschen dazu und schwups geht es weiter :D Richtig praktisch. Beim Knooken zieht es sich aber eh weniger. Dieses lose Bild hat mich beim Stricken so verrückt gemacht :D Aber gemerkt wird das trotzdem ;) Vielen lieben Dank.

    Liebe Grüße
    Rebecca

    AntwortenLöschen
  6. Huch, gerade erst gesehen! Super und vielen Dank für deine Mühe. Werde ich beim nächsten Paar Socken gleich in die Tat umsetzen. Ich stricke noch meine mit der klassischen Ferse fertig und dann mach ich wieder die Bumerangferse, die geht schneller.
    Schöne Grüße von Elke

    AntwortenLöschen

Es freut mich, daß du dir Zeit für einen Kommentar genommen hast! Nicht immer finde ich die Zeit auf alle zu Antworten, aber jeder einzelne bereitet mir viel Freude.
Thank you for leaving a reply. I do not always find the time for all to answer, but every single one gives me a lot of joy .