Mittwoch, 25. März 2015

Unter der Haube sein.....

Vielleicht habt ihr euch gefragt woher dieses Sprichwort kommt, vielleicht wisst ihr es auch. Aber habt ihr schon mal eine Frau "unter der Haube" gesehen?

Nein, dann kommt mit mir auf eine kleine Zeitreise mit.
Wieder einmal schlage ich das alte Fotoalbum auf und mir fallen viele Bilder von Frauen mit Kopfbedeckung auf.
Meine Großmutter mit "einfachem Tuch"

Warum trug meine Goßmutter zu ihrer doch sehr schönen Tracht ein Tuch?  Hier liefert die Bibliothek im www eine Antwort:
 Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit verlangte die Norm von verheirateten Frauen das Tragen einer Haube, während unverheiratete ihr Haupt unbedeckt lassen durften. Die Redensart unter die Haube kommen (= heiraten) leitet sich davon ab.[4] Die Haube galt als Zeichen der Frauenwürde und der Wohlanständigkeit; eine Frau ohne Haube (oder andere Kopfbedeckung) galt als „loses Frauenzimmer“. In ganz Europa ist sie fester Bestandteil fast aller Frauentrachten.
Also war meine Oma damals schon verheiratet. Ihre Schwester trägt eine "Sonntagshaube":
Diese war wunderbar bestickt und mit Perlen etc. geschmückt. Diese Hauben, dreimal dürft ihr raten, mussten sich die jungen Frauen auch selbst besticken, um überhaupt in den Stand der Ehe eintreten zu können. Manchmal wurden die Hauben aber auch von früheren Familienmitgliedern geerbt.

Auf diesem Bild trägt meine Mutter die traditionelle Siebenbürger Tracht mit Haube. Daneben mein Vater ebenfalls in Tracht. So ging man auf dem Dorf Sonntags zur Kirche.
 Nun wisst ihr auch was der Bräutigam unter seinem Mantel anhatte ;)
Kam die Tracht größtenteils in schwarz/weiß daher und nur ein paar Borten und Bänder farbig, so war die Haube doch glatt das Gegenteil. Die Haube meiner Mutter habe ich heute noch. Ob sie mir steht?



Ist sie nicht kunstvoll bestickt? Ich kann sowas gar nicht und ziehe voller Ehrfurcht meinen Hut vor so einem Handwerk. Details habe ich am Montag gezeigt ----> guckst du ;)

Selbst innen ist sie so gearbeitet, daß nichts kratzt und drückt. 



Heute wird die Haube meist in den Trachtenvereinen noch getragen. Kannst du hier gucken. Schade, daß diese "Mode" nicht mehr gepflegt wird. Obwohl - viel Frisur sieht man da nicht... 

verlinkt mit Heidis Guckloch, WATW, MMI, ..... 
15 Kommentare
  1. Danke liebe Gusta für die Einblicke, die Haube ist traumhaft bestickt, richtiges Kunstwerk.
    Lg,
    Petra

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  2. Hey, das ist ein sehr schöner Beitrag!!!
    Als Fan der viktorianischen Mode bin ich immer wieder begeistert mit wieviel Geschick und Hang zum Besonderen die Frauen ihre Kleidung gefertigt und verziert haben. Trachten im Besonderen sind da immer ein ganz toller und bewegender Hingucker!
    Liebe Grüße und einen schönen Tag
    Christiane-Ruth

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  3. Hallo Gusta,
    das ist eine wunderschöne Haube.
    Da kann man nur hoffen, dass sie nach Dir auch Deine Tochter so in Ehren hält.
    Herzliche Grüße
    Pia René

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    1. Da bin ich mir sicher, denn meine Tochter mag alles Alte.

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  4. Hallo Gusta,
    ganz toll bestickt ist diese Haube. Heutzutage würde diese mühevolle Arbeit eine Stickmaschine erledigen, aber im Moment sind solche Motive wohl eher nicht gefragt.
    "Es kommt alles wieder" (in der Mode jedenfalls), sagt der Volksmund - ob er Recht behält?
    Hast du die Haube ausprobiert und passt sie, vielleicht musst du dir vorher die Haare hochstecken?
    Das einfache Tuch der Großmutter ist gar nicht so einfach, oder?
    Deine Eltern sehen in ihrer sonntäglichen Tracht fabelhaft aus!
    LG Heidi

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    1. Das einfache Tuch meiner Großmutter war bestimmt nicht einfach. Aber auf den s/w-Bildern kann man es gar nicht so richtig erkennen.
      Ich hab die Haube aufprobiert und sie passt. Allerdings sah es mit meinem "Modernen" Oberteil recht seltsam aus. Ich hab schon nach einer einfachen Bluse gesucht, aber auch das passt irgendwie nicht.
      Muss ich doch mal nach einer Trachtenbluse gucken..... das kann dauern *G*
      Liebe Grüße
      Gusta

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  5. Liebe Gusta,
    Du beherbergst Schätze, dass ist ja der reinste Museeumsbesuch bei Dir und das alles ohne Eintrittsgeld zu verlangen ;-).
    Die Haube ist ein Traum. Tja, die Leute früher hatten es noch drauf. Diese Handwerkskunst wird heute wohl nur noch von einigen wenigen so gepflegt.
    Wenn Du noch mehr solche Schätze hast, dann freue ich mich jetzt schon auf diese Beiträge und auf alle anderen natürlich auch :-D
    Lieben Gruß
    Angie

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    1. uff... das ist ja jetzt mal ein Kompliment, mit dem ich nicht gerechnet hätte.
      Hmmmmm jetzt werden die Anforderungen steigen, gell? *lach*
      Mal sehen, was sich noch so alles finden lässt. Für den nächsten Anno-Domini-Beitrag hab ich ein paar kleine "Kostbarkeiten" zusammen gestellt.
      Liebe Grüße
      Gusta

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  6. Wunderschön! Für meinen persönlichen Geschmack wäre die Kombination aus Perlen, Pailletten und Stickerei viel zu viel, aber ich ziehe den Hut vor der Ordentlichkeit und dem Aufwand, der hier betrieben wurde. Deine Mutter hatte es wirklich drauf!

    LG, Sabrina

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    1. Früher hat man sehr alles sehr üppig geschmückt. Heute wirkt es für uns überladen. Mir gefällt es gut, da ich orientalisches mag ;)

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  7. Hui. Sehr cool. Deine Mama zeigt ja richtig Knöchel :D Ich finde es so spannend. Hier gab es gar keine Tracht in dem Sinne - eben plattes Westfalen... Zumindest wüsste ich das nicht :D

    Liebe Grüße
    Rebecca

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    1. Die Trachen waren wohl nie bodenlang, sonst wären sie schnell dreckig geworden ;)
      Waschen war bestimmt auch nicht gerade einfach mit Zuber und Waschbrett.
      Liebe Grüße
      Gusta

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  8. Hallo liebe Gusta,
    wow die Haube sieht ja toll aus, das ist auch ein Schatz was man in Ehren hält. In der Tracht mit der Haube sieht Deine Mama richtig schick aus.

    Liebe Grüße
    Biggi

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    1. Danke liebe Biggi,
      nach den Fotos kam sie gleich wieder in die schöne Hutschachtel :)

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  9. Was für einen wudnerschönen Schatz du da hast. Wahnsinn, diese tollen Stickereien und dann auch noch von Innen so sauber und schön gearbeitet. Soetwas finde ich ja besonders klasse. <3


    Liebe Grüße, Carmen

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