Sonntag, 29. Mai 2016

Was macht eine gute Nähnadel aus?

Hast du dich das schon öfters gefragt, weil ab und zu deine Nadeln brechen? Dachtest du das liegt an der Qualität? Wozu braucht es so viele verschiedene Nähnadeln?

Ich werde versuchen mit diesem Artikel hoffentlich alle Fragen zu beantworten.

Die Nadel bricht meist nicht , weil sie keine "Markennadel" ist sondern weil der Faden in sich verdreht wurde und so einen größeren Querschnitt hat, dann nicht mehr anständig durch die Führung und das Öhr passt und die Nadel ganz schön unter Zug nimmt. (Nachzulesen HIER: Kreuzwicklung oder Normalwicklung

 Eine gute Nähnadel hat eine "saubere" Spitze (nicht zu spitz, damit sie den Stoff nicht zerschneidet sondern nur teilt), ein außreichend großes Öhr und eine Führungsnut.
sorry für die Fusseln in den Nadeln - auf dem Tisch war es fürs Auge fusselfrei, aber das Makroobjektiv deckt alles auf *lach*



Vielleicht kannst du dir deine Nadeln mal durch eine Lupe ansehen. 

 Eigentlich brauchst du zum Nähen von Baumwolle, Seide, Webware, Jeans etc. nur einen Satz Nadeln. Sie werden "Topstich" oder  "Steppnadel" genannt. "Universal" geht auch. 
Und hiervon reicht ein normale Bandbreite von 70, 80, 90, 100 völlig aus. 

Die Stärke (70  sehr dünn bis 100 sehr dick) richtet sich nicht nach deinem Material (Stoff) sondern nach deiner Garnstärke. Ein 70iger Garn solltest du mit einer 70iger Nadel nähen - das machst du höchstwahrscheinlich bei einem dünnen Stoff. 
Ein 30iger Garn wirst du eher mit einer 100er Nadel verarbeiten, da erstens das Öhr größer ist und zweitens die Führung. Auch einen Metallic-Faden nähst du besser mit der dicksten Nadel wegen dem Öhr. (über die Garnstärken habe ich HIER geschrieben)
Verschiedene Öhrausführungen

3. Für Strickwaren wie Jersey oder Strechstoffe brauchst du eine Nadel mit einer runden Spitze. Das Gewebe wird somit noch schonender geteilt. 

4. Und letztendlich falls du Kunstleder oder Leder verarbeiten möchtest auch noch Ledernadeln. Diese haben eine dreieckige Spitze. Sie sieht fast so aus wie ein Mini-Dreieckskörper oder Prisma, wenn du sie betrachtest. 

Bei allen Nadeln richtet sich die Stärke wie gesagt nach deinem verwendeten Garn. Wobei Ledernadeln in den Größen 80 - 120 angeboten werden - Logo.... dein Faden ist ja auch dicker und das Öhr der Ledernadel ist auch größer.


Kleiner Test: weißt du welche Nadeln hier abgebildet sind?

Auflösung ;)   :


Es gibt einige verschiedene Hersteller wie z.b. Schmetz, Pfaff, Prym, oder weniger bekannte wie: Organ Needles, Rhein Nadel Automation, Vollenda-Werke, Xi'an Typical Europe  (Auflistung nicht vollständig!)

Es lohnt sich durchaus auch einmal ein anderes Fabrikat zu probieren. Und die Nadeln zu vergleichen.
Organ Needle Gr. 80
Schmetz Gr. 80

Die Nadeln mancher Hersteller sind zwar teurer, dafür aber sauberer gearbeitet ( wie im Beispiel oben zu sehen). 
Im Normalfall hält eine Nadel ca. 8 Stunden nähen aus. Solltest du eine speziell legierte Nadel verwenden (z.b. Titanlegierung oder Keramik) so hält die Nadel ungefähr 2-3 mal so lange. Auch hier lohnt sich die Anschaffung für Vielnäher sicherlich.


Nochmals sorry wegen der Fusseln, aber ich hab sie erst beim Sichten der Bilder entdeckt.

Hast du eine bevorzugte Marke? Hast du schon einmal Nadeln eines anderen Herstellers probiert und wie zufrieden warst du damit?

Würde mich interessieren zwecks Erfahrungsaustausch *G*

Nächsten Sonntag geht es um die Fadenspannung (der vorerst letzte Teil dieser kleinen Serie). 

Die Makro-Aufnahmen teile ich beim Makro-Montag
3 Kommentare
  1. WOW, sind das tolle Bilder, die Fusseln stören mich überhaupt nicht! ;-)
    Du hast es auf den Punkt gebracht! Super Post und eine schöne Idee.

    Herzliche Grüße,
    Annette

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  2. Hallo,
    was für eine gute Zusammenfassung! Das mit der Nadelstärke im Verbindung mit Fadenstärke war mir nicht so direkt bewusst ... Danke für den guten Hinweis.
    Liebe Grüße
    vonKarin

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  3. Tolle Bilder und gute Erklärungen!
    Danke

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