Mittwoch, 15. April 2015

Alte Autogrammkarten Teil 3

Wie das unter Künstlern so ist, wird der Nachwuchs schnell integriert.
Als meine Mutter schwanger war und mich bekam, arbeitete sie schon  lange im Opernhaus. Damals konnte man gerade mal  4 oder 6 Wochen nach der Entbindung daheim bleiben. Erziehungsurlaub gab es nicht. Entweder man blieb zu Hause oder hatte eine große Familie. 
Meine Mutter war leider alleinerziehend, da mein Vater kurz vorher verstorben war. Ab und zu war ich bei meiner Oma, aber die meiste Zeit nahm sie mich einfach mit zur Arbeit.

Kein Wunder, daß meine Patin eine Sängerin war und sich gerne zwischendrin um mich kümmerte. Lucia Stanescu.... eine großartige Frau und zeitweise auch Stellvertretende Direktorin der Oper. 

Auf ihrem Flügel habe ich mit 3 Jahren schon den "Kuckuck" gesucht. Sie meinte, daß ich Talent und die Finger zum Klavierspielen hätte. Damit hatte sie zu 100% Recht. Leider fehlte mir die Ausdauer zur Konzertreife. Trotzdem bekam ich Klavierstunden und ein Instrument zum Üben. So ein Klavier ist nicht gerade günstig.... trotzdem hat meine Mutter den Rat ihrer Freundin befolgt. 

Heute lebt Lucia in einem kleinen Ort (ausgesprochen klingt er fast die eine Arie *lach*)  in Italien. Wir hatten immer vor, sie zu besuchen. Doch ist bis jetzt nichts daraus geworden. Es bleiben Telefonate und Briefe und die Sehnsuch einander zu sehen. Meiner Mutter geht es gesundheitlich ja nicht gerade blendend. Und wenn ich plötzlich vor der Tür stehe... so 40 Jahre später... na ich weiß nicht, ob sie sich noch an mich erinnern könnte. Naja... vielleicht, wenn sie das Baby-Foto sehen würde ;)

Vielleicht sollte ich mir mal ihr Buch durchlesen...... wenn ich der Sprache mächtig wäre...

Aber an eines kann ich mich erinnern: an ihren Flügel, den Teppich auf dem er stand und wie es in diesem Zimmer durftete. Und an ihre wunderschöne Stimme - sowohl die Sprech- wie auch die Singstimme.

Ein etwas emotionales Posting fürs Guckloch
MMI, ......

 
8 Kommentare
  1. Meine Güte Gusta,

    was hebst du alles auf?
    Ich glaube, ich habe hier so etwas nicht mehr.
    Aber wenn ich in gedanken mal so durchgehe, was ich da wohl alles finden könnte.....
    Oha, mir schwant da so die ein oder andere Geschichte ;o)

    Liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. viel... ganz viel von dem es mir wichtig und ans Herz gewachsen ist. Deshalb mussten wir schon anbauen *lach*

      Löschen
  2. Liebe Gusta,
    was für ein wunderbarer Post! ... fast, als wäre man dabei gewesen :-).
    Lieben Gruß
    Angie

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Gusta,
    ich stelle mir gerade vor, wie du wirklich an der Tür klingelst und deine Patin dir öffnet?
    Ich finde es toll, das du immer noch einige Erinnerungen an sie hast. Als Kind habe ich davon geträumt auf einem Klavier spielen zu können, aber Klavierstunden waren unerschwinglich, von Platz- und Geldmangel für ein Klavier, ganz zu schweigen...
    Zum Glück hast du diese alte Fotografie noch und konntest diese und deine Erinnerungen dazu, mit uns teilen!
    LG Heidi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Klavier zu lernen ist nicht gerade billig. Ich bin froh, daß mir meine Mutter das ermöglicht hat. Ich habe auch ein ganz billiges gebrauchtes schon recht reamponiertes bekommen. Aber es ist nur Außen abgenutz, ansonsten hat es einen super Klang!
      LG Gusta

      Löschen
  4. Das sind aber schöne Erinnerungen! Ich denke, Deine Patin würde sich aber sicher freuen, vielleicht kommst Du einmal doch dazu, sie zu besuchen...
    LG Ioana

    AntwortenLöschen

Es freut mich, daß du dir Zeit für einen Kommentar genommen hast! Nicht immer finde ich die Zeit auf alle zu Antworten, aber jeder einzelne bereitet mir viel Freude.
Thank you for leaving a reply. I do not always find the time for all to answer, but every single one gives me a lot of joy .