Mittwoch, 29. April 2015

Der Neptunbrunnen im Stadtpark

Der Neptunbrunnen ist eine Besonderheit im Nürnberger Stadtpark.
 Er hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich. 

Ist klar, warum er den Namen trägt, oder? Wegen der Neptunsfigur oben auf der Stele.
Was hier zu sehen ist, ist allerdings eine Kopie des Brunnens. 
*Der urspüngliche Brunnen wurde zwischen 1660 und 1668 in der Werkstatt des Bildhauers Georg Schweiggers, in Zusammenarbeit mit dem Goldschmied Christoph Ritter entworfen. Gegossen wurde er von Wolfgang Hieronymus Herold. 
*Der Brunnen sollte die Wasserversorgung durch den Schönen Brunnen am Hauptmarkt ergänzen. 1688 beschloß der Rat der Stadt ihn doch nicht aufzustellen, da der Unterhalt zu teuer werden würde. So musste der Brunnen bis 1702 in der Werkstatt des Bildhauers Schweiggers ausharren.
Der Brunnen wurde von vielen schon als verschmätes Kunstwerk angesehen. 
 So schrieb von Blainville über das Meisterwerk: "Prächtigster Springbrunnen in ganz Teutschland".
Noch Jahre später konnte sich der Rat nicht dazu druchringen, den Brunnen in Nürnberg aufzustellen. *Schließlich wurde er  1797 für 66.000 Gulden nach Russland an Zar Paul I. verkauft . Dieser ließ den Springbrunnen im Schlosspark seiner Sommerresidenz Peterhof aufstellen.

*Um 1900 besann man sich dieses Kunstwerkes. Ein Rückkauf war unmöglich und so wurde beschlossen eine Kopie anzufertigen.
Ein Gipsformer wurde an den russischen Zarenhof geschickt. Die *Kunstgießerei Lenz wurde 1901/02 mit der Ausführung der Arbeit beauftragt. Die Kopie wurde feierlich 1902 am Hauptmarkt aufgestellt.

*Dort würde er heute noch stehen, wenn er 1938 dem Regieme nicht ein Dorn im Auge gewesen wäre. Mit der Begründung, man bräuchte auf dem Hauptmarkt ein Aufmarschgelände wurde er in die Nähe des Hauptbahnhofes verbannt.

Wie durch ein Wunder wurde er dort im 2. Weltkrieg nicht zerstört. *1968 musste der Brunnen wieder umziehen, denn er war den Verkehrsplanern im Weg, die einen Busbahnhof bauen wollten. 

Man baute ihn im Stadtpark auf. Beinahe hätte er Anfang der 80iger Jahre wieder umziehen müssen, doch wäre er beim Chirstkindlesmarkt im Weg gewesen. 
Ich finde, er passt ganz wunderbar dort hin, wo er jetzt steht.


Das Original hat eine weniger hohe Stele in der Mitte.


Postament

Postament

Postament

Stadtwappen
Die Verziehrungen sind sehr üppig.




Hier nisten momentan ganz viele Spatzen.
Ist der kleine Kerl nicht niedlich?

Leider ist der Brunnen in keinem guten Zustand. Einer Nymphe fehlt das Ruderblatt, die Figuren zeigen oberflächliche Korrosion.

Neben 2 Reiterfiguren auf Tritonpferden gibt es Puttten, die auf Drachen reiten, Delfine und einen Seelöwen.



Historische Bilder könnt ihr euch HIER ansehen.
*Alle Daten und Namen stammen aus dieser Quelle.
Ein Artikel über den Brunnen samt Bildern gibt es auch bei Wikipedia.

Ich hoffe, euch hat der kleine Ausflug in die Vergangenheit gefallen - Verlinkt mit dem Guckloch.

Mittwochs mag ich, WATW, Our world Tuesday, in heaven, skywatch.... 

Teil 1: Magnolien im Stadtpark 
Teil 1a: Doppeltes View Down   
Teil 2: noch mehr rosa und Blüten 
Teil 3: Enten im neuen Weiher  
Teil 4: Stadtpark als Naherholung
Teil 5: Atemberaubende Wasseraufnahmen ;)  
Teil 7: Bäume im Stadtpark
11 Kommentare
  1. Ich glaube...ich glaube...ich glaube, ich sollte bald mal nach Nürnberg....wollte mit meinem Mann schon länger mal eine Auszeit nehmen...vielleicht wäre das ja ein Ziel? Deine Fotos machen Lust auf einen Stadtbummel!
    Lieben Gruß
    Gisi

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  2. Ist ja irre, was ein Brunnen für eine Geschichte haben kann. Da wäre ich im Traum nicht drauf gekommen. Vorallem, lass mal eben so ein Trum übrer 20 Jahre in deiner Werkstatt stehen. Ne, iss klar. Danke für die schönen Detailaufnahmen und Augenöffnen was so dahinter stecken kann.
    Liebe Grüße,
    Petra

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  3. Liebe Gusta,

    ich habe es auch mal wieder geschafft vorbei zu schauen... der Brunnen ist wirklich sehr schön und scheint dort, wo er gerade steht richtig zu stehen... leider gehen die Jahre an keinem Bauwerk vorbei und wenn nicht angefangen wird sich darum zu kümmern, wird es leider auch nicht besser.

    Liebe Grüße
    Martina

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  4. Liebe Gusta,
    dein Bericht ist sehr interessant, es ist spannend... dass man sich so viel Mühe wegen einen Brunnen macht! Cool!
    Liebe Grüße
    Natalia

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  5. Moin Gusta,
    da war ich ja neugierig, weil ich heute auch an einem Neptunbrunnen vorbeikam, der aber viel bescheidener ausgefallen ist als deiner.
    Was für ein toller Neptunbrunnen und welch bewegte Geschichte. Hoffentlich erstrahlt er bald in voller Pracht!
    LG
    Gea

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    1. Es gibt ja einige in Europa und alle sehen anders aus. So gibt es immer etwas neues zu entdecken.

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  6. Hallo Gusta,
    sieh an, da kann doch das Original dieses wunderschönen und opulenten Brunnens, schon über 300 Jahre verzeichnen und diese gleichermaßen gearbeitete Kopie hier, hat sogar schon eine kleine Odysee hinter sich! Sollte ich wieder erwarten, einmal nach Nürnberg kommen, werde ich mir den Neptun-Brunnen gerne anschauen! Ein hervorragender Beitrag, toll das du ihn für das Guckloch zur Verfügung stellst!
    LG Heidi

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    1. Danke liebe Heidi,
      Nürnberg hat so einige "Kustschätze" zu bieten.... vielleicht schreib ich noch den ein oder anderen Beitrag :)
      Liebe Grüße
      Gusta

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  7. I love how you've shown the small details of this immense memorial - very nice shots.
    I hope you'll drop by http://image-in-ing.blogspot.com/2015/04/french-corner-bakery.html to check out my Wordless post. Please link up!

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  8. Verrückt. So ein Brunnen ist doch kein Bestelltischchen, das man mal hier und mal da hin stellt. Dabei sehen die ganzen Details umwerfend aus und fesseln einfach.

    Liebe Grüße
    Rebecca

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