Samstag, 2. Januar 2016

Es zippert - Teil 2 - meine Wechseljahre

Danke für eure tollen Rückmeldungen zu meinem ersten Teil. Damit hätte ich nie gerechnet. 
Sicherlich sind die Erscheinungen so verschieden wie die Menschen selbst, trotzdem gibt es oft Gemeinsamkeiten. Und gerade dieses "Es-gibt-noch-mehr-Betroffene" stärkt und erleichtert einem mir vieles.

Womöglich gehöre ich, was die Hitzewallungen angeht, zu den am wenigsten nicht so stark betroffenen Frauen. Zumindest bis jetzt. Es kann sich schließlich noch alles ändern. (immerhin ist die Umstellung noch nicht beendet) 
Ich schwitze nur seit ein paar Jahren beim Training. Vorher war das nur bei hohen Sommertemperaturen der Fall. 
Kurioserweise habe ich seit ca. 1 1/2 Jahren heiße Finger. Seit meiner Kindheit sind sie mehr oder weniger kühl bis eiskalt. Nun werden sie NACH dem ABENDESSEN heiß und rot und sind richtig unangenehm angeschwollen. Das dauert dann so 1 bis 2 Stunden, dann gibt es sich leicht. Ich hatte schon die Vermutung, dass es am Essen liegen könnte, aber das ist nicht der Fall. 


Es gab und gibt pflanzliche Mittelchen für so manches. Gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche hilft u.a. Salbei ( nur KALT trinken!!!). Aber bei heißen Fingern wirkt er nicht - das hab ich schon probiert.
(näher auf Mittelchen gehe ich im nächsten Post ein)

Warum ist das so, das uns der Rückgang mehr Probleme bereitet?

Nicht nur die Haupthormone Östrogen, Progesteron und Testosteron sorgen für ein angenehmes Befinden sondern auch einige "Nebenhormone" wie das FSH (Follikelstimulierendes Hormon für die Eireifung) und LH (Luteinisierendes Hormon). Diese beiden letztgenannten Hormone werden ab dem Zeitpunkt überdurchschnittlich hoch ausgeschüttet, an dem der Östrogen- und Progesteronspiegel merklich sinkt.
Quelle: Youtube

Nun sagen diese Hormone  FSH und LH den Eierstöcken, dass sie produzieren sollen. Die niedrig dosierten Haupthormone lassen dies allerdings nicht mehr zu und so entsteht ein Hormonelles Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht im Körper kann sich mehr oder weniger bemerkbar machen, je nachdem wie empfindlich man ist. Vor der Pubertät gibt es dieses Ungleichgewicht überhaupt nicht und so sind die Wechseljahre auch nicht als "Pubertät rückwärts" zu bezeichnen oder einzuordnen.
(Mehr über Hormone habe ich bereits hier geschrieben). Die Sexulogin Ann-Marlene Henning bezeichnet die Wecheljahre als "Pubertät ohne Spaß". 

Augen zu und durch?

Manch eine kann die Augen bei der Vielzahl ihrer Beschwerden ( es sind bis zu 100 bekannt) im wahrsten Sinne des Wortes nicht zumachen. Und aussitzen ist auch nicht jederfraus Sache. 
Das kann ich verstehen. 
Wenn zu den offensichtlichen Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlaflosigkeit noch viele "Kleinere" wie Übelkeit, Antriebslosigkeit, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfweh, Schwindel auch noch seelisches Unbehagen wie Depressionen, Unlust, Gereitzheit, schwache Nerven.... kommen, gelangt Frau schnell an die Grenze des Ertragbaren. Hier macht es nicht die Stärke sondern die Summe des Ganzen.

Keine Frage: Wenn ich zu den sehr stark betroffenen Frauen gehören würde, dann würde ich mit einem kompetenten Arzt, der sich genauestens mit Hormonen auskennt, eine Behandlung ausarbeiten. Dazu gehört allerdings unbedingt ein Hormontest (hier Nachlesen) und ein auf das Ergebnis abgestimmter Behandlungsplan! (leider sind diese Ärzte noch dünn gesäht)
Mehr zum Thema bietet dieses Buch.

Aber mir geht es eher um die große Mehrheit der Frauen, denn schließlich sind 50% mittelstark, 20% gar nicht/nur leicht und 30% sehr stark betroffen.
(Die verschiedenen Gruppen)

Eine ganz bescheuerte Kombi sind Wechseljahre und Pubertät. Darüber habe ich hier berichtet. 

ok.... jetzt bin ich abgeschweift. 
Wie erkenne ich nun, dass die Hormone zurück gehen?

Ich hab z.b. als allerstes Schwindelanfälle bekommen. Draußen an der frischen Luft bei ordentlich Bewegung wurde mir schwindelig, wenn ich nur daran dachte mich zu bücken. Krass!
Zuerst dachte ich es sei der Kreislauf. Aber als es Wochen später immer noch so war, beschlich mich ein Gedanke. Ein, in meinen Augen, nicht sonderlich kompetenter Arzt fand keine Ursache.
Ich erzählte es der Heilpraktikerin, sie veranlasste einen Hormontest und siehe da.... das Östrogen war etwas niedriger als der Durchschnitt... somit hat mein Körper schon reagiert, bevor ich überhaupt sonst etwas gemerkt habe.


Hört auf euren Körper und lasst euch nicht ein X für ein gar nix vormachen. Wenn da was ist, dann ist da was. Nur weil einer diese kleinen Dinger wie Hormone nicht kennt  und nicht weiß was sie genau bewirken, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht existieren *grins*.

Eine Freundin kam schon mit 30 in die Wechseljahre. Völlig absurd, meinte der Arzt. Bis er dann endlich  5 Jahre später einen Hormontest machte und feststellen musste, dass die Werte die einer 50jährigen sind. 
Nur, weil manche manches nicht erklären können, heißt das noch lange nicht, dass es nicht existiert!

Unheimlich wichtig finde ich das WISSEN um euren Körper und was darin passiert. Dann könnt ihr einiges besser einordnen. 

Wie könnt ihr euch nun darauf "vorbereiten"?

Im nächsten Post berichte ich euch über meine Erfahrungen mit pflanzlichen Heilmitteln.

So für heute habe ich genug geplaudert und hoffe, dass ihr eure ZEIT vor dem Beginn des Hormonrückgangs genießt und bewusst erlebt!


Dieses Video erklärt sehr gut was im Wechsel so alles passiert.

Weil es thematisch so gut passt, teile ich den Post noch bei Rostroses Lachfaltenrettung :)
13 Kommentare
  1. Hallo Gusta!

    Danke für den Videotipp, werde ich mir demnächst mal ansehen.

    Bei mir ist es unterschiedlich, es war schon einmal schlimmer aber ach schon besser. Nach dem Sommer hatte ich 3 Monate keine Tage mehr, in der Zeit lief es sehr gut, ich schlief gut, hatte keine Wallungen mehr und war auch guter Stimmung. Hatte mich leider zu früh gefreut, es ging Anfang Dezember wieder los und auch gleich alle Beschwerden wieder da.

    Ich warte noch immer dass es endlich vorbei ist. Danke für Deinen Beitrag!

    lg
    Maria

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    1. das ist besonders schlimm, wenn die beschwerden wieder kommen. irgendwie sehnt man sich nach ein bisschen beständigkeit und ausgeglichenheit und ruhe, gell. ich wünsche dir, dass es bald vorbei ist.
      LG Gusta

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  2. Komisch, ich hatte nie Wechseljahrebeschwerden und zu warm war es mir immer schon. Meine Schwester hatte solche Hitzewallungen und ich stand immer ganz ungläubig daneben.
    Heute bin ich 66 Jahre und kann sagen, ich habe es gut geschafft, ohne irgendwelche Probleme. Deshalb kann ich dazu auch sehr wenig sagen.

    Lieben Gruß Eva

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    1. Liebe Eva,
      dann geht es dir wie meiner Freundin Karin. Sie ist inzwischen auch 60 und hat nie einen Tag beschwerden gehabt. Ihr könnt euch wirklich glücklich schätzen zu den wenigen zu gehören, an denen diese Zeit ohne großeartigen Unannehmlichkeiten vorbei gegangen ist. Ich beneide euch dafür.
      Liebe Grüße
      Gusta

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  3. Liebe Gusta,
    bei mir sind es hauptsächlich Hitzewallungen und manchmal halt auch Stress-Symptome wegen "nix und wieder nix", aber im Großen und Ganzen hab ich den Wechsel bisher zum Glück recht gut im Griff. Meine Mutter hat übrigens auch zu den Glücklichen gehört, die gar nichts von den Wechseljahren bemerkten. Bitte sei so lieb und verlinke dieses Posting noch bei der letzten Lachfalte http://rostrose.blogspot.co.at/2015/12/rettet-die-lachfalte-12-endspurt.html - da passt es thematisch doch prima hin!
    Liebste Rostrosengrüße und Prost 2016,
    deine Traude
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    (¸.•´ (¸.•` * ¸.•´¸.•*´¨) ¸.•*¨)

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    1. das mache ich doch gerne, liebe Traude.
      das wegen nix und wieder nix kenne ich auch. ich bin so mit diesen veränderung beschäftigt, dass mich da schon die kleinste kleinigkeit aus der bahn wirft. entweder werde ich dann ärgerlich oder total traurig.
      aber es wird besser :)
      liebe grüße
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  4. Hallo Gusta,
    ich habe schon Probleme mit dem "Wechsel",eher so mittelmäßig.Bei mir äußert sich das in Stimmungsschwangungen,mal total gut drauf,dann wieder stört mich die Fliege an der Wand.Für mich besonders blöd ist die Gewichtszunahme.Dann habe ich seit den Wechseljahren eine Lactoseintoleranz entwickelt,die mich im Moment wieder sehr plagt.Selber schuld,zuviel Milch getrunken,dabei müßte ich es eigentlich wissen.Hitzewallungen habe ich ab und zu,zum Glück nicht so arg.dann noch Gelenkbeschwerden und Kreislaufprobleme.Es ist mal mehr ,mal weniger störenden.Bin jetzt 56 Jahre und hoffe,das ich es bald überstanden habe.Das Video werde ich mir mal bei Gelegenheit anschauen.
    Liebe Grüße Pippi

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    1. Das mit den Stimmungsschwankungen kenne ich nur zu gut. das ist etwas was mein mann überhaupt nicht nachvollziehen kann. die gelenkbeschwerden kommen vom östrogenmangel. überhaupt ist das östrogen für DAS gesundheitshormon schlechthin. sinkt der spiegel so fühlen wir uns nicht mehr wohl.
      das mit der laktose kann allerdings auch woanders herkommen. denn unverarbeitete milch ist eigentlich nur etwas für babys. der magen eines heranwachsenden oder erwachsenen menschen ist dafür gar nicht mehr ausgelegt. aber zur herkömmlichen milch gibt es inzwischen ganz viele alternativen.
      das video kann ich nur empfehlen.... da gibt es etliche aha-momente :)
      liebe grüße
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  5. In diesem Sinne...dann wünsche ich dir erst mal ein gesundes neues Jahr mit möglichst wenig Zipperlein. Es liest sich sehr interessant, was du schreibst und bei Gelegenheit schaue ich mir mal die anderen Beiträge unter diesem Label an. Ich bin auch in etwa in deinem Alter....und es ist gut zu wissen, dass bestimmte Dinge nichts wirklich ernstes sind...nur eben die Hormone.
    Sehr mutig, hier darüber zu schreiben..:-))
    LG Sigrun

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    1. ja das beruhigt ungemein, wenn man weiß dass es nur die botenstoffe sind, die verrückt spielen und nichts wirklich bedrohliches dahinter steckt.
      schön, dass dir das thema gefällt. ich finde, es gibt einfach zu wenig erfahrungsberichte :)
      liebe grüße
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  6. Hallo Gusta,
    mir graut schon davor bei den Geschichten! Schwierig in Sachen Arzt finde ich, dass die meisten gar nicht zuhören. Ich hab das Thema Hormontest bzw. -spiegel angesprochen. Dann hieß es: "wofür wollen Sie das unbedingt erfahren? Wenn es tatsächlich eine Veränderung gibt, können Sie nichts dagegen tun und Sie werden den Test umsonst bezahlt haben." So war die Sachen gegessen.
    Seit ich Ende 30 bin, hatte ich schon Veränderungen gespürt. So ist z.B. die Gesichtshaut sehr trocken geworden (bisher trotz Cremes ohne Veränderung) und wird nach duschen oder baden ganz rot. Früher habe ich kaum geschwitzt, auch nicht in der Sauna. Seit einigen Jahren werde ich immer wieder mitten in der Nacht wach und bin voll verschwitzt, obwohl ich nackig schlafe. Und es gibt auch noch andere Dinge, die evtl. damit zu tun haben... aber wie ich schon sagte,keiner interessiert sich dafür. Meine Mutter hat Hitzewallungen seit fast 20 Jahren. Dummerweise hat sie auch Grünen Star und muss ganz penibel darauf achten, was sie nimmt... also nimmt sie nix!
    Ich wünsche dir... und mir... dass es nicht viel schlimmer wird! ;-)
    Liebe Grüße,
    Betty

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    1. Das mit dem Zuhören ist wirklich eine schande bei so manchen Ärzten. Denn wenn du weisst was los ist, kannst du dagegen etwas unternehmen. Aus der Welt schaffen kann man den Hormonrückgang natürlich nicht, aber es gibt Mittel, die es einem wirklich erleichtern. Dazu musst du allerdings wissen wo du ansetzten musst.
      vielleicht machst du doch mal einen test.
      liebe grüße
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  7. Vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Post- sehr interessantes Thema.
    Mir tut es auch sooo gut zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin.
    DANKESCHÖN ♥
    LG Sabine

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Es freut mich, daß du dir Zeit für einen Kommentar genommen hast! Nicht immer finde ich die Zeit auf alle zu Antworten, aber jeder einzelne bereitet mir viel Freude.
Thank you for leaving a reply. I do not always find the time for all to answer, but every single one gives me a lot of joy .