Mittwoch, 27. Januar 2016

Schloss Grünsberg

Burg Grünsberg im Nürnberger Land stammt aus staufischer Zeit. Sie steht vermutlich an Stelle eines Wehrturms gegen den Ungarneinfall 945 n Chr.


Die älteste bekannte urkundliche Erwähnung war 1231. Damals war die Burg als Reichslehen an die Familie Rindsmaul gegeben.

Im Bayrischen Erbfolgekrieg fiel Grünsberg 1504 - wie das ganze Nürnberger Land - an die freie Reichsstadt Nürnberg. Bei dieser Gelegenheit brannten die oberen Stockwerke des Palas, die aus Fachwerk bestanden, vollständig bis auf die Grundmauern ab. 1561 wurde der Wiederaufbau des Palas unter Endres Oertel beendet. Deswegen ist der Palas äusserlich ein Renaissancebau.

Für die nächsten zwei Jahrhunderte wechselte der Besitz der Burg zwischen verschiedenen Nürnberger Patrizierfamilien, bis sie 1672 als mütterliches Erbe an die Familie Paumgartner kam.


Der letzte Paumgartner, Johann Paul III., der 1723 als letzter seines Stammes kinderlos starb, nahm zu Ehren seiner jungen, zweiten Frau Sophie, geborene Nützel, einen großen Umbau im Regencestil (Stil zwischen Barock und Rokoko) vor. Seitdem ist Grünsberg außen Burg und innen Schloss. 

1754 heiratete Sophies Tochter aus zweiter Ehe, Eleonore Haller von Hallerstein, Carl Christoph Stromer von Reichenbach. Bis zum Jahre 2000 war Burg Grünsberg infolgedessen im Besitz der Patrizierfamilie Stromer von Reichenbach, erst als Fideikommiss, dann seit 1942 als Privatbesitz.

Nach dem Tod des letzten Besitzers, Prof. Dr. Wolfgang Freiherr Stromer von Reichenbach, wandelten seine Erben den ganzen Besitz zur Erfüllung seines Vermächtnisses in eine öffentliche gemeinnützige Stiftung um, in der Hoffnung, auf diese Weise dieses überregional bedeutende Ensemble mit seinem Inventar besser erhalten zu können.


Burg Grünsberg liegt auf einem Felssporn in halber Höhe des Schwarzachtales. Sie ist eine Versteckburg. Das bedeutet, dass man sie erst sieht, wenn man direkt davor steht.




An drei Seiten ist sie anstelle eines Burgrabens von sehr steil abfallenden natürlichen Schluchten umgeben, nur an der Westseite (der heutigen Straßenseite) musste ein künstlicher Graben angelegt werden. Bis ungefähr 1740 gab es an dieser Stelle eine Zugbrücke, dann wurde ein steinerner Damm errichtet, der bis 1960 erhalten blieb. Er fiel einem Straßenumbau, bei dem das Straßenniveau deutlich angehoben wurde, zum Opfer.
Rechts und links des Weges zum Torbogen reihen sich halbrunde Sandsteine, sie sind die Reste der barocken Steinbrücke.

Gegenüber dem Dorfplatz fallen zuerst die fast vierhundert Jahre alten Linden auf. Seit 1901 sind sie Naturdenkmal und werden liebevoll gepflegt.




Das Gebäude linkerhand ist das sogenannte Verwaltershaus. Es ist das jüngste des ganzen Ensembles und wurde 1723 fertiggestellt.



Das Gebäude rechterhand des Weges mit seinem Vordach ist die Burgkapelle mit dem intern abgetrennten Pächterhaus, dem westlichen Teil des Gebäudes .
Das Gebäude wurde, ohne den Glockenturm, 1561 von Endres Oertel errichtet. 
Die Burgkapelle ist der der Burg näherliegende Teil des Gebäudes. Über dem Eingangsportal mit wuchtigen Buckelquadern befindet sich ein "Heiliger Georg mit Drachen", obenauf sitzt ein Glockenturm mit Uhr .

Der Torturm bildet den Eingang zur eigentlichen Burg.

Auf der Aussenseite des Türmchens, oberhalb des Eingangstores, ließ Johann Paul III. Paumgartner 1723 sein Wappen (mit dem Papagei) und das seiner beiden Frauen (das Fischweiblein der Rieter für die erste und die drei Lilien mit dem Fangeisen in der Mitte für die zweite) in Wendelsteiner Schilfsandstein anbringen.


Der Innenhof beherbergt mehrere Anbauten von 1720, die sich an die Wehrmauer anlehnen.

 Die Wehranlagen sind nahezu vollständig erhalten. Der fünf Meter hohe, überdachte Wehrmauerring stammt aus dem 13./14. Jahrhundert und umschließt einen romantischen Innenhof. Seine mächtigen Mauern sind in massiver Bauweise errichtet und drei Quader tief fundamentiert.

Bis etwa 1720 existierte an der Nordseite des Palas ein Anbau, dessen zweiter Stock aus Fachwerk bestand. Der letzte Paumgartner ersetze dieses durch massive Bauweise und erweiterte den turmartigen Anbau, die sogenannte Himmelbettstatt, um einen dritten Stock. Die Mauern dieses Anbaus sind jedoch sehr viel weniger dick sind als die des Hauptgebäudes.

In die Südwestecke der Wehrmauer wurde die Remise eingebaut, ein offener überdachter Raum, in dem Kutschen abgestellt werden konnten.

Der Palas bestand in seinen Obergeschossen ursprünglich aus Fachwerk. Während des Landshuter Erbfolgekrieges brannte er 1504 unter der Belagerung durch die Nürnberger bis auf die Grundmauern ab. Die Ruine ging in die Oberherrschaft der freien Reichsstadt Nürnberg über, die sie in Besitz verschiedener Patrizierfamilien gab.


Einen ersten Wiederaufbau bewerkstelligte die Familie Behaim 1530. Es erfolgte jedoch eine erneute Teilzerstörung um 1555 im Markgräfler Erbfolgekrieg. Endres Oertel konnte 1561 den endgültigen Wiederaufbau im Renaissancestil in Rhätsandstein vollenden.
Das vorgesetzte Treppenhaus des Palas mit seiner wunderbaren einbaumigen Treppenwendel wurde um 1660 erbaut. 
Die Fenster aus Tellerscheiben stammen von ungefähr 1720 und kamen aus Murano. Eine Tellerscheibe ist der abgesprengte Boden eines geblasenen Kolbens. Sie weist daher ein spiraliges Muster auf und hat keinen Butzen in der Mitte, so wie er von Butzenscheiben her bekannt ist.



Der erste Stock diente zu Wohnzwecken. Heute ist er die Wohnung des Stiftungsadministrators. Im Winter ist die Wohnung allerdings nur noch temperierbar. Der zweite Stock wurde ausschließlich zur Repräsentation verwendet. Heute wird er im Winter von den Außenmauern her temperiert
Im sehr viel schlichter gehaltenen dritten Stock befanden sich die Räume für Dienstboten und Gäste. Er ist nicht mehr beheizbar.





 Ich hoffe, euch hat der Ausflug auf diese einzigartige Burg/Schloss gefallen. Nächstes Mal nehme ich euch mit zur Sophienquelle.
Wer mehr über diese Burg lesen möchte kann dies in den  Quellen des WWW:  Wikipedia, Stromersche Stiftung, Herrensitze, Burgenseite
Über den Ort Grünsberg habe ich hier berichtet. 

verlinkt mit: MMI (denn ich erzähle gerne etwas), our world tuesday, WATW, wordless, Guckloch, through my lens .....

p.s. die Fotos stammen teilweise von Sep. 2007 und Dez. 2015
7 Kommentare
  1. Hallo Gusta,
    wie süß, auf dem Foto war das Töchterchen noch klein?
    Dieses ganze Burg/Schloss-Areal liegt tatsächlich sehr versteckt.
    Wenn die Bäume ihre Blätter tragen, dann hat man Schwierigkeiten sie überhaupt zu fotografieren, nicht wahr? Es sieht so aus, als wäre das keine kleine Anlage? Ich frage mich da immer, was solche Gemäuer wohl schon alles erlebt und gehört haben? Schade, das man in der Zeit nicht zurückreisen kann und quasi im Zeitraffer, Burg und Leute kennenlernen könnte!
    Vielen Dank für diesen sehenswerten Beitrag.
    LG Heidi

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    1. Da war sie erst 7... ach die Zeit vergeht viel zu schnell. Die Burganlage ist nicht besonders klein, aber auch nicht riesig groß. Die Gemäuer könnten wirklich viel Berichten. Bei der Führung erfährt man auch einiges über das Haus.
      Liebe Grüße
      Gusta

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  2. A wonderful series of shots. Thank you for taking us along on a visit to this place. It is a wonderful place for a photographer.
    Thanks for sharing at http://image-in-ing.blogspot.com/2016/01/eat-your-greens-fruity-ones.html

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  3. Wonderful old buildings and such nice photos of it and the trees.

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  4. There is something special about old houses, it feels like they are taking care of the past and are here to remind us.

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  5. haven't been to this city, but it is on my list. Would love to go to the Christmas markets!

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